/Wohnen mit Logenplatz

Wohnen mit Logenplatz

Seit zwölf Jahren leben Anja Wagner und Markus Göhler in ihrem „Minihaus“ in Südkärnten. „Und wir sind noch immer rundum glücklich“, sagen sie.

Ein Wohn-Koch-Essbereich, ein Schlafzimmer und ein Bad ­genügen. „Wir sind minimalistisch veranlagt. Wir haben alles, was wir brauchen, wir verzichten hier auf nichts“, erklärt Anja Wagner, für die das Haus auch Arbeitsplatz ist. Ihr kleines Büro befindet sich im ­schmalen Sockelgeschoß des in den Hang gebauten Hauses, wo auch die Technik mit Wärmepumpe untergebracht ist. „Manchmal werden wir gefragt: ‚Wo ist das Gästezimmer, das Gästebad?‘ Dann sag ich: ‚Am Klopeiner See, da gibt’s jede Menge Hotels und Pensionen‘“, erzählt Markus Göhler lachend.

Alles ist genau durchdacht. Die Südseite ist komplett verglast und öffnet sich zum großzügig überdachten Balkon, der sich über die gesamte Breite des Hauses zieht – ein gemütlicher, luftiger Logenplatz mit Blick auf die Berge, im Sommer auf die weidenden Kühe. „Es ist ‚fernsehen‘ im besten Sinn“, meint Anja Wagner schmunzelnd. Das große Schiebe-Element aus Lärchenlamellen an der Westseite wirkt dekorativ, hat aber darüber hinaus eine wichtige Funktion, weil es an heißen Tagen für Beschattung sorgt.

Im Essbereich befinden sich die Fenster auf Augenhöhe, sodass man bei den Mahlzeiten die wechselnden Stimmungen und die Vögel im Miniwäldchen beobachten kann. Die Badewanne wurde exakt auf den Hochobir ausgerichtet. Ihn hat man im Blick, wenn man sich zu einem entspannenden Bad zurücklehnt.

Die weißen Wände im Schlafzimmer und im kurzen Übergang dorthin entpuppen sich beim genauen Hinschauen als raumhohe Einbauschränke, die viele Staumöglichkeiten bieten. „Und es ist noch immer genug Platz“, meint Wagner. Keine offenen Regale, auf denen sich so manches ansammeln und verstauben könnte, stören die Einheit.

Mit der Wahl des Baustoffes Holz wie auch mit Konzept und Größe des Hauses sind sie heute noch zufrieden. „Wir möchten nichts ändern“, meinen sie. Geändert hat sich im Laufe der Jahre jedoch die unbehandelte Lärchenfassade des Hauses, für das die Architekten 2009 eine Auszeichnung zum Holzbaupreis Kärnten erhielten. Sie ist mittlerweile grau gewittert. „Mit diesem Farbton fügt sie sich schön in die Umgebung ein“, sagen seine Bewohner. Eine Oberflächenbehandlung wäre für sie nicht in Frage gekommen.

2019-05-06T13:41:24+02:0006 Mai 2019|Allgemein|