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Holzbaupreis Südtirol

NEUSTART MIT FÜNF KATEGORIEN
Erstmals nach 2002/03 wurde in diesem Jahr wieder der Holzbau­preis Südtirol – archilegno vergeben. Aus 81 eingereichten Projekten, aufgeteilt auf fünf Kategorien, wurden sechs Bauten ausgezeichnet.

Das Kooperationsprojekt zwischen den Südtiroler Zimmerern und der Kammer der Architekten, Raumplaner, Landschaftsplaner und Denkmalpfleger der Provinz Bozen soll anhand von Vorzeigeprojekten die ökologisch-nachhaltige und qualitativ hochwertige Holzbauweise wieder in den Mittelpunkt rücken. Die Projekte kamen aus Südtirol, Trient und Belluno.

Den Preis in der Kategorieprivater Wohnbau teilten sich zwei Bauten, darunter auch die Ferienwohnanlage im Kreuztal, die sich „trotz eigenwilliger Fassade, die mit Rundholzsegmenten gestaltet wurde, in die Landschaft einfügt“.

In der Kategorieöffentliche Bauten war der Kindergarten in Niederolang als „rundum überzeugendes Projekt, das mit einer präzisen, städtebaulichen Antwort einen geschützten Außenraum erzeugt“, erfolgreich.

In der KategorieHandel, Gewerbe und Dienstleistung setzte sich die Casa Riga in Comano Terme durch und bei Sanierungen/Umbauten/Erweiterungen zeichnete die Jury den Veidlerhof in Gsies aus.

Als neue Kategorie wurden denkmalgeschützte Sanierungen eingeführt, um Bauträger zu motivieren, sich auch im denkmalgeschützten Bereich mutig an Gebäudeteile in Holz heranzuwagen. Dieser Preis ging an die Revitalisierung des Schlosses Bruneck, dessen Ursprünge auf das Jahr 1250 zurückgehen. Nach zahlreichen Umbauten und Zerstörungen im Laufe der Jahrhunderte kaufte schließlich die Stiftung Südtiroler Sparkasse im Jahr 2004 das zu diesem Zeit­punkt leerstehende Schloss und überließ es der Stadt Bruneck zur Nutzung.

Der Auftrag an die Architekten lautete, die Geschichte des Schlosses sichtbar zu machen und Raum für die Sammlung von Reinhold Messner über die Bergvölker zu schaffen. Dafür wurde die Fläche unter dem Zwinger ausgebaut, die Oberfläche begrünt und der Hauptzugang dort angeordnet. Die mittelalterliche Burg wurde wiederhergestellt und Neues hinzugefügt, das eine zeitgemäßen Architektursprache spricht. Die Ausstellungsräume wurden mit neuen Öffnungen, Brüs­tungen und Treppen in Stahl eingeschnitten ausgeführt und in den Bergfried wurde eine schöne massive Holztreppe über alle Geschoße eingebaut. Die Nebenräume mit Kasse und Atelier wurden als Holzkonstruktion am Burgtor so ausgeführt, dass sie nach temporärer Nutzung auch wieder abgebaut werden können. Auf diese Weise ist ein Miteinander gelungen, das dem historischen Schloss den Vortritt lässt ohne die erforderlichen neuen Eingriffe zu kaschieren.

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2019-01-18T10:36:45+02:0028 November 2018|Allgemein|