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Werkstoff Holz 2018-12-18T15:15:26+00:00

Werkstoff Holz

Holzarten

Es gibt eine große Vielfalt an Holzarten, jede von ihnen hat ihre individuellen Eigenschaften, Farbe, und Maserungen.

Holzwerkstoffe

Holz ist vielfältig wie kein anderer Rohstoff. Ob als Vollholz, Brettsperrholz oder in Verbindung mit anderen Materialien, Holzwerkstoffe findet man überall im täglichen Leben

Wirtschaftsfaktor Holz

Gewerbliche Holzwirtschaft in Österreich
Gewerbliche Holzwirtschaft in Kärnten

Holzbauweisen

Massivholzbau, Riegelbau, Rahmenbau und Blockbau

Eigenschaften von Holz

Holz ist von Natur aus stabil, zäh, elastisch

Wirtschaftsfaktor Holz

Gewerbliche Holzwirtschaft in Österreich

Holz und Holzbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Österreich. Der Produktionswert der österreichischen Holzwirtschaft liegt bei 6,12 Mrd. Euro im Jahr. Die Holzindustrie in Kärnten und Österreich ist ein äußerst vielfältiger Wirtschaftsbereich, zu dem die Sägeindustrie, der Baubereich, die Möbelindustrie, die Holzwerkstoffindustrie sowie die Skiindustrie gehören. Der Großteil der Betriebe ist klein- und mittelbetrieblich strukturiert.

Die Exportquote vom heimischen Holz liegt bereits seit mehreren Jahren über 70 Prozent. Mit 76,2 Prozent – das sind 3,48 Mrd. Euro – war die Europäische Union 2010 der wichtigste Abnehmer österreichischer Holzprodukte. Deutschland und Italien stehen an der Spitze der Holzkäufer. Der Handelsbilanzüberschuss beträgt 1,43 Mrd. Euro. In der Statistik der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) wird Österreich als weltweit fünftgrößter Exporteur von Schnittholz gelistet.

Rund 290.000 Menschen leben in Österreich von Wald und Holz. Die stärkste Gruppe mit über 51.000 Arbeitsplätzen sind die Tischler, gefolgt von der Holzindustrie mit fast 31.000 Beschäftigten. In der Pappe- und Papierindustrie arbeiten rund 18.400 Menschen.

Gewerbliche Holzwirtschaft in Kärnten

Die Holzindustrie in Kärnten umfasst rund 160 Säge- und holzverarbeitende Betriebe mit etwa 2.900 Arbeitsplätzen. Der Produktionswert der Holzwirtschaft in Kärnten beträgt knapp 1 Mrd. Euro. Darüber hinaus bieten mehr als 200 Zimmerei- beziehungsweise Holzbaubetriebe rund 1.500 Personen Arbeit und bilden rund 170 Lehrlinge für die Holzindustrie aus.

Weiters arbeiten in rund 700 Unternehmen – von Tischlereien über Montageservice bis hin zu Spezialisten für Fußböden oder Fenster und Türen – über 2000 Kärntner. In diesen Betrieben, die einen jährlichen Produktionswert von etwa 150 Mio Euro erwirtschaften, werden rund 350 Lehrlinge ausgebildet.

Holzbauweisen

Den Bauherren stehen verschiedene Holzbauweisen zur Verfügung, wobei die einzelnen Arten auch kombiniert werden können. Die Entscheidung für die eine oder andere Holzbauweise wird von den architektonischen Voraussetzungen abhängen, denn mit Holz sind alle Varianten möglich. So wird man für Bögen beispielsweise Brettschichthölzer (BSH) verwenden die der Form entsprechend verleimt sind. Für gerade Bauteile werden Kanthölzer und für flächige, großformatige Platten aus kreuzweise verleimten Brettern (im Format max. 2,95m x 16,50m) verwendet.

Massivholzbau

Der Massivholzbau ist sehr stark im Kommen. Die Bauteile bestehen meist aus massivem Holz, das verleimt, kreuzverleimt, gedübelt oder genagelt sein kann. In seltenen Fällen werden dafür auch Holzwerkstoffe, wie beispielsweise Spanplatten oder OSB-Platten verwendet.

Der Hauptteil des Tragsystems besteht immer aus einem tragenden Kern, der aus Massivholz oder Holzwerkstoffen gebildet wird. Die Dämmung wird bei dieser Holzbauweise von außen auf das Tragwerk aufgebracht, die Stärke wird je nach Anforderung variieren. Mit einer durchgehenden Wärmedämmung werden Wärmebrücken weitgehend vermieden. Je nach Wunsch können hinterlüftete Holzfassaden oder mineralische Putze gewählt werden.

Der flächige Massivholzteil übernimmt die Funktion des Tragwerks und der Raumbildung. Die aus ein, drei, fünf oder mehr Lagen bestehenden Großtafeln aus Holz können im Innenraum sichtbar belassen oder bekleidet werden.

Massivholzbauelemente nehmen die Feuchte aus der Raumluft auf, speichern sie und geben sie in trockenen Perioden wieder ab. Ein weiterer Vorteil der verleimten Massivholzbauweise ist auch die Luftdichtheit der Gebäudehülle, die sich allein schon durch die großformatige Platte (bis max. 2,95 m x16,50 m) selbst ergibt. Da Holz ein relativ guter Dämmstoff ist, der bei entsprechender Masse Wärme sehr lange speichern kann, hat man bei Verwendung der Holzmassivbauweise ein sehr „träges“ Feuchte-, Schall- und Wärmeverhalten, das sich äußerst günstig auf das Klima innerhalb des Gebäudes, sowohl im Winter als auch im Sommer, auswirkt.

Der Massivholzbau eignet sich auch für den mehrgeschoßigen Bau. Insbesondere kreuzweise verleimte Vollquerschnitte sind für hohe Lasten geeignet.

Riegelbau

Beim Holzriegelbau werden einzelne Kanthölzer in einem Stabwerk (oder Fachwerk) zu einem Wandgerüst zusammengesetzt. Die Hohlräume zwischen den einzelnen Stäben werden mit Dämmmaterialien wie Mineralwolle – Steinwolle, Recycling Zellulose oder Schafwolle und dergleichen – aufgefüllt. Der Holzbauer schneidet die einzelnen Kanthölzer in seinem Betrieb so zu, dass die Montage vor Ort ähnlich einem Stecksystem erfolgen kann. Holzriegelwände werden heute vorwiegend im Industriebau dem gewerblichen und landwirtschaftlichen Bau verwendet. Die Fassaden dieser Holzbauweise werden meist mit Brettern verschalt, jedoch sind andere Fassadenausbildungen auch möglich.

Rahmenbau

Der Holzrahmenbau ist eine Weiterentwicklung des Holzriegelbaus, bei der die einzelnen Wände des Gebäudes in gerade noch transportablen Einzelstücken vorgefertigt werden. Die Holzrahmenelemente werden in Großtafeln produziert und auf der Baustelle montiert. Dadurch verringert sich die Montagezeit. Der Vorfertigungsgrad richtet sich nach den individuellen Wünschen des Bauherrn, kann aber soweit erfolgen, dass Fenster und Türen inklusive der Elektro- und Sanitärinstallation in den Wand-, Decken- und Dachelementen vorinstalliert sind.

Der Rahmenbau eignet sich sowohl für den eingeschoßigen als auch für den mehrgeschoßigen Holzbau.

Blockbau

Der traditionelle Blockbau kann als Ursprung des Massivholzbaus bezeichnet werden. Der moderne Blockbau mit Holz ist eine erprobte, seit Jahrhunderten weiterentwickelte Holzbauart. Dabei werden massive Kanthölzer in der Werkstätte des Zimmermeisters derart vorgefertigt, dass man sie auf der Baustelle ähnlich einem Legospiel zusammensetzen kann. Die Kanthölzer werden dabei in den einzelnen Höhenschichten nach Kränzen angeordnet.

Blockbauten aus Holz „arbeiten“ jahreszeitlich und wetterbedingt am meisten. Bei hoher Luftfeuchtigkeit (z.B. im Sommer) quillt das Holz, bei niedriger Luftfeuchtigkeit – trockener Luft – schwindet der Baustoff und damit die gesamte Wandkonstruktion aus Holz.

Der Zimmermeister plant diese Erscheinungen schon vor der Errichtung ein und setzt geeignete Maßnahmen. In manchen Fällen, bei Almhütten und dergleichen, werden vielfach keine Dämmungen in der Wandkonstruktion aus Holz eingebaut. Bei ganzjährig bewohnten Gebäuden sind für diese Holzbauweise zusätzliche Wärmedämmungen erforderlich.

weitere Informationen über Holzbauweisen unter www.proholz.at

Eine Liste von Planer und Architekten für Holzbau in Kärnten finden Sie unter Planer.

Eigenschaften von Holz

Holz besteht aus Cellulose und Lignin, es enthält zudem Harze, Wachse, Fette, Öle, Stärke, Zucker, verschiedene Mineral-, Gerb- und Farbstoffe sowie Alkaloide.

Es ist vor allem das Lignin, das aus einer gewöhnlichen Pflanzenzelle die Zelle eines Holzes macht. 20 bis 40 Prozent vom Trockengewicht des Holzes bestehen aus diesem „Verholzungsstoff“, bei den Nadelhölzern ist der Anteil höher als bei Laubhölzern. Der komplexe und hochpolymere Stoff ist chemisch und physikalisch fest mit der Cellulose verbunden und macht sie und somit das Holz stabil und druckfest.

Holz ist neben Stein der älteste Baustoff der Menschheit. Ein Holzbau ist stabil, zäh und elastisch und hat eine enorme Tragfähigkeit bei geringem Eigengewicht. Ein Würfel aus Tannenholz mit einer Kantenlänge von vier Zentimetern kann vier Tonnen tragen. Damit ist Holz kräftiger als Beton und eignet sich perfekt für den Hausbau.

Holz ist leicht zu bearbeiten, elastisch und hat eine hohe Biegefestigkeit.

Holz ist mit seinen Holzeigenschaften ein guter und natürlicher Bau- und Werkstoff. Alle für seine Erzeugung notwendigen Komponenten – Erde, Wasser, Luft und Sonne – sind in der Natur vorhanden, und der ökologische Baustoff Holz verbraucht für sein Wachstum das für die Atmosphäre schädliche CO2.